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Bantikow

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Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl am 31.12.2005: 93 (21,09% der Einwohner). Bantikow ist selbständige Kirchengemeinde im Pfarrsprengel Wusterhausen. Der Friedhof am Ortseingang gehört der Kirchengemeinde.

Kirche

Verputzter Saalbau aus Backstein (1792) mit polygonalem Ostschluss und hölzernem westlichen Dachturm. Der ungewölbte Bau außen dicht mit flachen Dorfkirche Bantikow Strebepfeilern besetzt, stichbogige Fenster. Innen 1996 restauriert, dabei die Westempore, die Decke und der Dachstuhl größtenteils erneuert. Schlichter klassizistischer Kanzelaltar mit seitlichen Durchgängen, 1792 von G. Günze, Kyritz. Der halbrunde Korb von Doppelpilastern flankiert, Gebälk und Durchgänge von gesägten Vasen und Putten bekrönt. Dazu passend die hölzerne Taufe. Die Orgel 1876 von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock erbaut. Zwei Glocken: die große 1748 von C. D. Heinze, seit 2002 elektrisch betrieben.

Kirchengeschichte

1364 Pfarrdorf. Einführung der Reformation 1541. 1557-1784 Mutterkirche (Superintendentur Kyritz) mit Tochterkirche Tornow (Die Pfarrerliste umfasst 9 Namen). Seit 1787 Mater vagans von Kyritz, 1977 aus dem Pfarrsprengel Kyritz in den Pfarrsprengel Wusterhausen umgemeindet. Die letzte Kirchenpatronin war bis 1945 Frau de Gruyter.

Alte Aufnahme der Dorfkirche Bantikow

Dorfgeschichte

Breites Rechteckangerdorf mit Kirche und Gut. Erste schriftliche Erwähnung: 1307. Vor 1339-1448 markgräfliche Herrschaft und Vogtei Fretzdorf. Dann zwei Rittersitze: Einer im Besitz des Gutes Fretzdorf (bis 1738), der andere derer von Grabow (bis 1810); nach 1816 derer von Krüger über das ganze Dorf. Die letzte Gutsherrschaft war die Familie de Gruyter. Dr. Paul de Gruyter starb 1939, wurde auf Gutsgelände begraben, die sterblichen Überreste 1978 auf den Dorffriedhof umgebettet. Seine Witwe kam 1945 auf ungeklärte Weise ums Leben. Das Gut wurde 1946 enteignet und 581 ha Land an 39 Neubauern aufgeteilt. Die Einwohnerzahl stieg von 227 (1939) auf 354. Das Schloss (1906 in neoklassizistischen Formen auf älterer Grundlage erbaut) diente nach dem 2. Weltkrieg zunächst als SED-Schulungsstätte und wurde dann in den 50er Jahren der LDPD übergeben, die hier bis 1990 ihre zentrale Parteischule unterhielt, die in der Wende 1989/90 eine wichtige Rolle spielte. Die LDPD holte eine Reihe von Wissenschaftlern und Lehrern nach Bantikow, von denen sich einige hier ständig ansiedelten und nach 1990 in andere kommunale oder pädagogische Funktionen wechselten. 1991 übernahm die Bundesanstalt für Arbeit das Gebäude und nutzte es bis 1999 als Ausbildungsstätte. Danach erwarb es Herr Kurt Glass und baute es zum Hotel um. Die ständige Nutzung hatte den positiven Effekt, dass es - im Gegensatz zu vielen märkischen Gutshäusern - nicht verfiel, sondern immer gepflegt, modernisiert und zum Schluss sogar teilweise restauriert wurde. Auch diente es zu DDR-Zeiten als überregionaler Kulturtreffpunkt, in dem Lesungen, Konzerte und Informationsveranstaltungen stattfanden. - Nach 1990 wurden die Siedlungsgebiete Am Eichengrund und Am Sonnenhügel gebaut. - Wegen seiner Lage am Untersee (Teil der Kyritzer Seenkette) hat Bantikow den Rang eines Ortes mit überörtlich bedeutsamer Fremdenverkehrs- und Erholungsfunktion (Hotel, Ferienwohnungen, Campingplatz).

Kommunalgemeinde

Einwohnerzahl am 31.12.2005: 441. Ursprünglich zur Prignitz gehörig, 1816-1952 zum Kreis Ostprignitz, 1952-1993 zum Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, seit 1993 zum Kreis Ostprignitz-Ruppin. Mit Bildung des Amtes Wusterhausen am 01.08.1992 gehörte Bantikow ihm als selbständige Gemeinde an. Zum 31.12.1997 wurde Bantikow Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen.

Text & Fotos: K.-E. Selke


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