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Breddin-Vehlgast

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Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl (mit Vehlgast) am 31.12.2003: 392. Breddin ist gegenwärtig (2004) Mittelpunkt des Pfarrsprengels, zu dem außer dem Pfarrort mit den eingekirchten Gemeindeteilen Sophiendorf und Kümmernitz noch die Kirchengemeinden Damelack (seit 1971) und Vehlgast (mit den eingekirchten Gemeindeteilen Damerow und Waldfrieden) gehören. Außerdem wird seit 1974 der Pfarrsprengel Stüdenitz (mit Schönermark) von Breddin mitverwaltet. Das Pfarramt befindet sich im Pfarrhaus 16845 Breddin, Havelberger Straße 54, Telefon: 033972/4 02 88.

Dorfkirche Breddin

Kirche (Breddin)

Einschiffiger, ursprünglich rechteckiger Feldsteinbau mit Westquerturm in Schiffsbreite, Altarweihe urkundlich 1273. 1847 kreuzförmige romanisierende Erweiterung nach Osten zur Halbkreisapsis aus Feldstein mit Backsteinkanten, Vergrößerung der Schiffsfenster mit Korbbogen und Schallöffnungen im wahrscheinlich romanischen Turmoberteil. - Innenausstattung aus der Umbauzeit (um 1847), nach 1963 restauriert. Altargemälde: Christus in Gethsemane (Kopie nach einem italienischen Meister).


Kirchengeschichte (Breddin)

Seit 1273 Pfarrort, 1562 Mutterkirche/Inspektion Havelberg-Dom, seit 1868 Superintendentur Havelberg, seit 1878 Kirchenkreis Havelberg-Wilsnack, seit 1997 Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen. Von 1646 bis jetzt (2004) umfasst die Pfarrerliste lückenlos 18 Namen. Das Patronat lag von 1284 bis 1819 beim Domkapitel Havelberg, von 1819 bis 1945 beim Fiskus (Amt Havelberg). Im 19. Jahrhundert wurden Sophiendorf und Kümmernitz eingekircht.

Dorfgeschichte (Breddin)

Straßendorf mit Kirche. Erste schriftliche Erwähnung: 1273 (Gründungsurkunde der Kirche im Märkischen Museum Berlin). 1973 Eingemeindung von Damelack, 1974 von Sophiendorf mit Joachimshof und Voigtsbrügge. Grundherren waren die Markgrafen Otto und Konrad von Brandenburg, die es 1284 (zusammen mit Kümmernitz) dem Domkapitel Havelberg übertrugen, dem es bis 1819 gehörte. Dann kam Breddin bis 1872 zum Amt Havelberg. Nach 1945 kamen viele aus den Ostgebieten geflüchtete Familien. Die Einwohnerzahl erhöhte sich von 900 (1939) auf 1.337 (1946). Damit gehörte Breddin zu den größten Gemeinden des Kreises Ostprignitz. - Seit 1886 hat Breddin einen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke Berlin-Hamburg.

Kommunalgemeinde (Breddin)

Einwohnerzahl (mit Damelack, Joachimshof, Kümmernitz, Sophiendorf und Voigtsbrügge) am 30.06.2003: 1.086. Zur Prignitz gehörig, 1816-1952 zum Kreis Ostprignitz, 1952-1993 zum Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, seit 1993 zum Kreis Ostprignitz-Ruppin. Seit Bildung des Amtes Neustadt/Dosse im Jahre 1992 gehört ihm die Gemeinde Breddin mit ihren Ortsteilen an. Auf Grund seiner guten Infrastruktur (Bahnhof, Grund- und Gesamtschule, Evangelisches Pfarramt, Apotheke, Ärzte, Zahnärzte, Bankfilialen, Geschäfte und Vereine) ist Breddin ländlicher Versorgungsort.

Kirche (Vehlgast)

Das erste Gotteshaus in Vehlgast war eine einfache Holzkirche, die im Dreißigjährigen Krieg abbrannte. 1681 wurde mit dem Bau einer Feldsteinkirche begonnen. Die Bauherrin, Katharina von Dorfkirche Vehlgast Saldern, stiftete Kanzel und Altar. Baumeister Lindemann aus Kyritz errichtete erst 1754 einen Turm, und 1768 bekam die Kirche zwei Glocken, die per Schiff auf der Havel vom Glockengießer Thielken aus Berlin antransportiert wurden. - Nachdem diese Kirche 1863 einem Brand zum Opfer gefallen war, wurde um 1867 die heutige Dorfkirche, ein neugotischer Backsteinbau mit einem 26 m hohen schiefergedeckten Turm errichtet. Das Innere hat eine einfache Holzdecke und große rundbogige Fenster. Die Orgel von Johann Wilhelm Grüneberg wurde 1870 von Wittenberge für 200 Reichstaler gebraucht gekauft. Das historische Uhrwerk stammt aus dem Jahre 1924.

Kirchengeschichte (Vehlgast)

1545 Tochterkirche von Havelberg, 1600 Mutterkirche/Inspektion Wilsnack, 1775 Unica vagans, von Breddin besorgt, 1800 Tochterkirche von Breddin, Superintendentur Dom Havelberg, seit 1868 Superintendentur Havelberg, seit 1878 Kirchenkreis Havelberg-Wilsnack, seit 1997 zum Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen. 1775 wurden Damerow und Todtenkopf (Waldfrieden), 1800 Saldernhorst, 1950 Klein Damerow und Wendisch Kirchhof eingekircht. Letzter Patron war bis 1945 Dr. Stickl in Damerow.

Dorfgeschichte (Vehlgast)

ormals Rund- oder Sackgassendorf. Erste schriftliche Erwähnung: 1488 "tho Weleghast". Das Fischer- und Bauerndorf an der Havel gehörte vor 1488-1872 zur Herrschaft Plattenburg, bis 1557 dem Bischof von Havelberg, 1552 vom Kurfürsten dem Matthias von Saldern verpfändet, 1555 auf Lebenszeit verschrieben, 1560 zu erblichem Lehnsrecht. Den von Saldern gehörte Vehlgast dann bis 1945. Um 1525 wurden Holländer, Sachsen, Slawen und Westfalen angesiedelt. 1790 vernichtete eine Feuersbrunst einen großen Teil des Dorfes. - 1928 wurde der Gutsbezirk Damerow, 1939 Saldernhorst eingemeindet. 1946 wurden 749,65 ha Land enteignet und an überwiegend an 56 Neubauern aufgeteilt. Die Einwohnerzahl stieg von 267 (1939) auf 534. - 1972 Zusammenschluss mit Kümmernitz (mit Waldfrieden, das ursprünglich Todtenkopf hieß) zur Doppelgemeinde Vehlgast-Kümmernitz. Die Doppelgemeinde gehörte schon seit 1952 zum Bezirk Magdeburg und kam bei der Länderneubildung 1990 zu Sachsen-Anhalt. Seit 2003 ist Vehlgast Ortsteil der Stadt Havelberg.

Kommunalgemeinde (Vehlgast)

Einwohnerzahl: ca. 150 (1991 mit Kümmernitz und den Ortsteilen Damerow und Waldfrieden: 353). Zur Prignitz gehörig, 1816-1952 Kreis Westprignitz, 1952-1993 Kreis Havelberg/Bezirk Magdeburg (1990-1993 Regierungsbezirk Magdeburg), seitdem Kreis Stendal/Sachsen-Anhalt. Seit 2003 ist Vehlgast Ortsteil der Stadt Havelberg.

Text: K.-E. Selke

Fotos: K.-E. Selke, Tobias Schulze


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