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Brunn

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Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl am 31.12.2004: 120 (47,6% der Einwohner). Brunn ist selbständige Kirchengemeinde im Pfarrsprengel Wusterhausen. Der Kirchengemeinde gehört außer der Kirche noch das alte Pfarrhaus.

Kirche

Rechteckiger Saalbau aus Feldsteinquadern, 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im 30jährigen Krieg teilweise zerstört. Über dem Westgiebel verbretterter quadratischer Dachturm von 1669; seine massive Westwand lässt auf einen ähnlichen mittelalterlichen Turm schließen. Restaurierung 1863-65, dabei die Fenster vergrößert. Spitzbogige Stufenportale auf West- und Südseite Dorfkirche Brunn (Schiffs- und Chorportal), letzteres vermauert; ebenso der große Spitzbogen zwischen Turm und Schiff. Taufgestell: Berliner Eisenkunstguss, um 1820. Auferstehungsgemälde, 17. Jahrhundert. Zwei Glocken von 1760 bzw. 1849. Weitere Renovierungen der Kirche 1953 und 1980, bei Letzterer Einbau der Winterkirche unter der Empore und Entfernung der Orgel. 1998 erneute Renovierung und Kauf einer Walcker-Orgel (ca. 1965) von der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg, die im Altarraum aufgestellt wurde. - Vor der Kirche Granitstele für Conrad und Anton von Romberg, Marmorrelief von F. Drake, 1843.

Kirchengeschichte

1364 Pfarrdorf. Einführung der Reformation 1528 (erster evangelischer Prediger: Georg Pickert). Die Pfarrerliste umfasst 21 Namen. Seit dem Bestehen von Heilbrunn waren die Brunner Pfarrer auch Vorsteher des Heimes. Als der letzte Pfarrstelleninhaber 1967 in den Ruhestand ging, wurde die Pfarrstelle von Wusterhausen verwaltet und 1976 aufgelöst. Seitdem ist Brunn Filialgemeinde von Wusterhausen.

Dorfgeschichte

Straßendorf mit Kirche und Gut. Erste schriftliche Erwähnung: 1303. Das Dorf gilt als Stammsitz der seit 1237 in der Mark nachweisbaren Familie von Brunn. Ab 1540 erscheinen auch die von Rohr zu Tramnitz als Patrone. Etwa 1794 wird die aus Westfalen stammende Familie von Romberg genannt. Der letzte Gutsherr war von 1930 bis 1945 Friedrich Wilhelm Freiherr von Romberg. Da das Herrenhaus 1909/11 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste, bewohnte er mit seiner Familie das ehemalige Pächterhaus auf dem Gutsgelände. Der Gutsbezirk wurde 1928 mit der Gemeinde vereinigt. 1945 wurde das Gut enteignet und 412 ha an 45 Siedler aufgeteilt. Die Einwohnerzahl stieg von 279 (1939) auf 467. Mit Bildung des Amtes Wusterhausen am 01.08.1992 gehörte Brunn ihm als selbständige Gemeinde an. Zum 31.12.1997 wurde Brunn Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen. - 1852 wurde auf Initiative des damaligen Patrons Max von Romberg in Tornow ein "Rettungshaus für sittlich verwahrloste Knaben" gegründet. 1855 wurde ein Grundstück bei Brunn gekauft und dort ein neues Rettungshaus gebaut, das den Namen Heilbrunn erhielt, von König Friedrich Wilhelm IV. in Anlehnung an Jesaja 12, 3 verfügt. Zu diesem kamen Schule, Stallgebäude und später ein Wohnhaus für den Leiter. Über 100 Jahre fanden in Heilbrunn viele Kinder ein Zuhause und eine Schulausbildung. Sie kamen zumeist aus sozial schwachen oder zerrütteten Familien in Berlin. 1958 wurden die Heimbewohner in staatliche Einrichtungen verlegt. Dafür brachte man ca. 15 geistig behinderte Kinder aus Brandenburg-Görden nach Heilbrunn. Die Zahl der Heimbewohner erhöhte sich in den Folgejahren auf 55. Seit 1973 gehört Heilbrunn als diakonische Einrichtung für geistig behinderte Männer zur Stephanus-Stiftung Berlin-Weißensee. Als 1980 das "Werner-Böttcher-Haus" fertig gestellt war, konnte der große Schlafsaal im alten Hauptgebäude geschlossen werden. Dieses wurde saniert, modernisiert und umgebaut. Den Schwerpunkt des arbeitstherapeutischen Bereiches bildete von Anfang an die Landwirtschaft. 1991 erfolgte die Erweiterung zur Werkstatt für Behinderte, die ihren Hauptsitz in Kyritz hat. Eine weitere Verbesserung der Wohnsituation erfolgte durch die Inbetriebnahme des "Friedrich-Brust-Hauses" im Jahre 2000. Heute leben im Heim 59 Bewohner und sind ca. 35 Mitarbeiter tätig.

Kommunalgemeinde

Einwohner am 31.12.2004: 252. Zur alten Grafschaft Ruppin gehörig, 1816-1952 Kreis Ruppin, 1952-1993 Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, seit 1993 Kreis Ostprignitz-Ruppin. Seit 1997 Ortsteil von Wusterhausen.

Text & Fotos: K.-E. Selke


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