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Demerthin

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Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl am 31.12.2003: 149 (33,1% der Einwohner). Demerthin ist bis heute ein eigener Pfarrsprengel (Unicum), der aber auf Dauer von Gumtow verwaltet wird und somit praktisch eine selbständige Kirchengemeinde im Pfarrsprengel Gumtow ist.

Kirche

Spätgotischer Saalbau aus Feldstein (2. Hälfte des 15. Jahrhunderts), Kanzelaltar in der Dorfkirche zu Demerthin der Westquerturm um 1500, sein Oberteil aus Backstein neugotisch (1896/97); stichbogiges Westportal aus Backstein. - Die Wandmalereien im östlichen Teil der Kirche aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, 1968/69 freigelegt, gelten als die einzigen ihrer Art in der Prignitz. - Der Kanzelaltar (um 1700; 1994 restauriert): Wangen und Korb reich geschnitzt; auf dem Schalldeckel Christus als Sieger, seitlich Putten. Die Freifiguren von Mose und Christus (18. Jahrhundert) nicht zugehörig. - Pastorensitz (1566); Brüstung des Patronatsgestühls von 1604. - Epitaph für Ehrentraut von Klitzing (1669).

Kirchengeschichte

Einführung der Reformation: 1541. Mutterkirche (bis 1929 umfasst die Pfarrerliste 15 Namen). Seitdem wird Demerthin als Dauervakanz von Gumtow verwaltet. Das Patronat hatte von 1438 bis 1945 die Familie von Klitzing; die letzte Patronin war die populäre und engagierte Frau Adda von Klitzing (1876-1956), die im Kirchenkampf 1933-45 der Bekennenden Kirche angehörte und von 1945 bis zu ihrem Tode als Oberin (Domina) im Stift Marienfließ lebte.

Dorfkirche Demerthin

Dorfgeschichte

Runddorf (durch die B 5 zerschnitten) mit Kirche und Gut. Erste Erwähnung: 1375. Das Gut war von 1438 bis 1945 im Besitz der Familie von Klitzing. Die letzte Gutsherrin war Frau Adda von Klitzing, geb. von Rohr. - Das Schloss Demerthin ist ein kompakter, 1604 errichteter Bau mit zwei Geschossen; einer der wenigen erhaltenen Renaissancebauten in der Gegend; ein weitgehend unverändertes Beispiel des "Festen Hauses" mit großer Wohndiele. Ab 1990 restauriert, wird es kommunal und museal genutzt. Zentral vor der Hofseite steht ein hoher sechseckiger Treppenturm; die barocke Schieferhaube von 1748 wurde mehrfach repariert. Das Innere wurde Mitte des 18. Jahrhunderts verändert. Im Westteil des Erdgeschosses Reste von einem spätgotischen Vorgängerbau. - Demerthin wird 1438 als Dorf genannt. 1928 Vereinigung von Gemeinde- und Gutsbezirk. 1.24 ha Gutsland wurde 1946 z.T. an 112 Neubauern verteilt. Die Einwohnerzahl stieg von 408 (1939) auf 751. 1953 Gründung der ersten LPG. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts Errichtung eines Trockenwerkes, das noch heute in Betrieb ist. Im Dorf besteht eine Schule mit Lehrwerkstatt.

Kommunalgemeinde

Einwohnerzahl 2003: 450. Zur Prignitz gehörig, 1816-1952 Kreis Ostprignitz, 1952-1993 Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, seit 1993 Kreis Prignitz. Seit Bildung des Amtes Gumtow 1993 selbständige Gemeinde im Amt, seit 2003 Ortsteil der Gemeinde Gumtow.

Text: K.-E. Selke
Foto 1: K.-E. Selke
Foto 2: Tobias Schulze


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