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Dessow

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Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl am 01.07.2004: Dessow: 119 (34,5% der Einwohner); Trieplatz: 77 (62% der Einwohner). Dessow ist selbstständige Kirchengemeinde im Pfarrsprengel Lögow/Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen.

Kirche

Ehemalige Gutskapelle, kleiner, schlicht verputzter Saalbau von 1807. Restaurierung 1968/70 und in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts. Über dem Westgiebel kleiner Dachreiter mit einer Glocke von 72 cm Durchmesser, 1802 von J. F. Thiele in Berlin gegossen. - In den Chorfenstern Glasmalereien (um 1900), Paulus und Johannes darstellend. Dorfkirche Dessow - Polygonale Kanzel (1. Viertel des 17. Jahrhunderts) in reichen Spätrenaissanceformen, in den Bogenfeldern die Sitzfiguren der schreibenden Evangelisten, farbig gefasst. Sechsseitige hölzerne Taufe, inschriftlich 1652. Ölgemälde der Beweinung (18. Jahrhundert).

Kirchengeschichte

1349 Mutterkirche, 1602 aus Kantow kuriert, 1607 Tochterkirche von Lögow, 1840 Tochterkirche von Wusterhausen/Dosse, 1860 Tochterkirche von Ganzer/Kirchenkreis Wusterhausen. Nach verschiedenen Wechseln im Zuständigkeitsbereich kam Dessow schließlich 1974 als Filialgemeinde zum Pfarrsprengel Lögow. 1975 wurde Trieplatz aus der Kirchengemeinde Tramnitz/Pfarrsprengel Brunn ausgegliedert und nach Dessow eingekircht.

Dorfgeschichte

Gutssiedlung. Erste schriftliche Erwähnung: Ein Kalandsbruder, Johannes in Dessowe, war am 30. Mai 1364 Zeuge bei der Ausstellung einer Urkunde über die Stiftung eines Havelberger Altars. 1638 ist Dessow völlig abgebrannt. Die beiden Rittergüter, denen Dessow gehörte wechselten oft die Besitzer (von Rohr, von Jürgaß, von Chasot, von Grabow, von Kriegsheim, von Gilka). Schließlich übernahm die Siedlungsgesellschaft "Eigene Scholle" das Gut. 1946 wurden 419,5 ha aufgeteilt, z. T. an 67 Neubauern. Die Einwohnerzahl stieg von 342 (1939) auf 540. Mit Bildung des Amtes Wusterhausen am 1.8.1992 gehörte Dessow ihm als selbständige Gemeinde an. Seit 1.7.2001 ist Dessow Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen. - Das Schloss war ein klassizistischer Putzbau vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Es war eines der repräsentativsten Herrenhäuser der Region. Die lange Gartenfront gliederte sich in elf Achsen. Ein Mittelrisalit mit vier toskanischen Säulentrug ein Giebeldreieck. Nachdem das Schloss 1945 zunächst als Flüchtlingsunterkunft diente, wurde dann eine Schule eingerichtet. Diese wurde 1975 geschlossen und nach Wusterhausen verlegt. Nachdem es einige Zeit anderweitig genutzt wurde, stand es jahrelang leer, verfiel und wurde schließlich 1989 gesprengt und abgetragen. - Die 1867 gegründete Schlossbrauerei brachte ein wenig Industrialisierung ins Dorf. (Eine alte Dampfmaschine in der Brauerei ist technisches Denkmal). Der Dessower Landhandel ist ein weiterer wichtiger Betrieb im Ort. - Durch den Bahnhof an der 1902 eröffneten Strecke Neustadt/Dosse-Neuruppin ist Dessow verkehrsmäßig gut angebunden.

Kommunalgemeinde

Einwohnerzahl am 30.06.2003: Dessow: 345, Trieplatz: 124. Zur alten Grafschaft Ruppin gehörig, 1816-1952 Kreis Ruppin, 1952-1993 Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, seit 1993 Kreis Ostprignitz-Ruppin. Seit 01.07.2001 ist Dessow Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen/Dosse.

Text & Fotos: K.-E. Selke


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