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Ganzer

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Dorfkirche Ganzer (mittlwerweile abgerissen) Dorfkirche Ganzer von innen (mittlerweile abgerissen) Umfassungsmauern der Dorfkirche Ganzer

Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl am 01.07.2004: 97 (50,5% der Einwohner). Ganzer ist selbständige Gemeinde im Pfarrsprengel Lögow. Der Kirchengemeinde gehört noch das alte Pfarrhaus, Dorfstraße 24, in dem sich eine Mietwohnung und der Gemeinderaum für Gottesdienste und Zusammenkünfte befindet.

Kirche

Die Dorfkirche war ein gotischer Feldsteinsaalbau mit dreiseitigem Chorschluss aus dem 13. Jahrhundert, 1711 barock umgebaut; an der Westseite quadratischer Bretterturm.. Die Kirche wurde 1973 wegen Baufälligkeit abgerissen; nur die Umfassungsmauern sind stehen geblieben. Korbbogenfenster und Spitzbogentür an der Südseite sind noch erhalten. Die Orgel kam in den Gemeinderaum der Kirche zu Köritz, das Grabdenkmal Otto von Rohr in die Kirche zu Wusterhausen. Der Spätrenaissancealtar von 1666 und die Barockkanzel sind sicher gestellt. - Die zwei Glocken von 1925 (die alten von 1686 und 1835 mussten im ersten Weltkrieg abgeliefert werden) hängen in einem Gestell vor der Kirchenruine. Dort befindet sich auch das Grabdenkmal "Wahlen-Jürgaß", 1833, mit großer Engelsfigur unter neugotischem Baldachin aus Eisenkunstguss (1995 restauriert). Davor drei Inschriftgrabsteine des 17. Jahrhunderts.

Kirchengeschichte

Bei der Einführung der Reformation 1541 war Ganzer Mutterkirche in der Superintendentur/Kirchenkreis Wusterhausen/Dosse. Von 1529 bis 1930 umfasst die Pfarrerliste lückenlos 17 Namen. 1930 wechselte der letzte Pfarrer von Ganzer nach Lögow. Seitdem ist die Pfarrstelle unbesetzt und wurde von Lögow, Barsikow, Köritz, Wusterhausen und schließlich wieder von Lögow verwaltet. 1988 wurde die Pfarrstelle Ganzer aufgehoben und die Kirchengemeinde dem Pfarrsprengel Lögow angeschlossen.

Dorfgeschichte

Breites Straßendorf mit Gut. Erste schriftliche Erwähnung: 1365. Nach einer Urkunde verschrieben 1478 die Grafen Johann und Jakob von Lindow Anna, der Gattin des Grafen Jakob, verschiedene Gerechtsame zum Leibgedinge, darunter auch zu "Gantzer". Laut Register von 1494 waren hier die beiden Rittersitze derer von Jürgaß und derer von Rohr, seit 1833 von Rohr-Wahlen-Jürgaß. Es gab bis 1928 zwei Gutsbezirke und bis 1945 zwei Güter in Ganzer. Fontane widmet Ort und Gutsherrschaften ein eigenes Kapitel in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Das Dorf war bis zur Vereinigung mit den Gutsbezirken im Jahre 1928 praktisch durch die Dorfstraße geteilt: Die (von der B 167 aus linke) Seite gehörte zum Rohr'schen, die rechte zum Wahlen-Jürgaß'schen Gut. Verbindendes Element beider Ortsteile war die Dorfkirche. Nach 1945 dienten beide Herrenhäuser als Wohnraum für Flüchtlinge. Während das Rohr'sche Gutshaus heute in Privatbesitz und weitgehend saniert ist, wurde das Wahlen-Jürgaß'sche 1981 wegen Baufälligkeit abgerissen. Der letzte Besitzer, Otto-Helmut von Rohr, genannt Wahlen-Jürgaß, wurde 1945 mit seiner Familie vertrieben. Er starb am 28. Januar 2001 im Alter von 97 Jahren. - 1946 wurden 448 ha Gutsbesitz auf 102 Neubauern aufgeteilt. Die Einwohnerzahl stieg von 324 (1939) auf 576.

Kommunalgemeinde

Einwohnerzahl am 30.06.2003: 192. Zur alten Grafschaft Ruppin gehörig, 1816-1952 Kreis Ruppin, 1952-1993 Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, seit 1993 Kreis Ostprignitz-Ruppin. Die Gemeinde Ganzer gehörte ab 1992 zum Amt Wusterhausen und wurde 1997 Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen.

Text & Fotos: K.-E. Selke


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