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Großderschau

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Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl am 31.12.2003: 177 (31% der Einwohner). Seit seiner Gründung gehört Friedrichsdorf/Großderschau zum Pfarrsprengel Sieversdorf. Eingekircht sind die Ortsteile Altgarz, Rübehorst und Friedrichsbruch. Großderschau gehört seit 1997 als Filialgemeinde von Sieversdorf zum Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen.

Kirche

Dorfkirche Großderschau Quersaalkirche, 1780-85 auf Befehl Friedrichs d. Gr. im ehemals Friedrichsdorf genannten Ort für die Bewohner von neun Kolonistendörfern: Neben Friedrichsdorf: Alt- und Neugarz, Brenkenhof, Raminsgut, Friedrichsbruch, Groß- und Kleinderschau, Jühlitz und Rübehorst errichtet. Deswegen wurde sie mit 700 Sitzplätzen ungewöhnlich groß angelegt. An der südlichen Langseite quadratischer Turm mit Spitzhelm, im Norden niedriger Sakristeianbau. Typologisch der Potsdamer Garnisonkirche verwandt. Das Äußere durch gequaderte Putzlisenen gegliedert, die segmentbogigen Fenster zweireihig. Innen an drei Seiten zweigeschossige Hufeisenempore, deren Stützen die flache Decke tragen. An der Nordwand Kanzel, darunter freistehender hölzerner Kastenaltar (aus der Erbauungszeit). Die Sandsteintaufe fertigte Steinmetzmeister Conrad aus Hohenofen. Die Orgel wurde 1859 vom Wittstocker Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller erbaut. - Bemerkenswert ist, dass die Kirche in Nord-Süd-Richtung, statt wie üblich in Ost-West-Richtung steht.

Kirchengeschichte

1800 wurde Friedrichsdorf in die Kolonistenkirche bei Sieversdorf eingekircht, 1817 Tochterkirche von Sieversdorf/Kirchenkreis Wusterhausen/Dosse, bei der Auflösung des Kirchenkreises Wusterhausen 1968 kam Großderschau zusammen mit Sieversdorf und Hohenofen zum Kirchenkreis Rathenow, 1997 wieder zurück nach Kyritz-Wusterhausen. Das Patronat hatte bis 1945 der Fiskus (Amt Neustadt/Dosse).

Dorfgeschichte

Das heutige Bruchdorf Großderschau wurde im Zuge der Trockenlegung und Besiedlung des Rhinluchs und Dossebruchs 1775 unter dem Namen Friedrichsdorf gegründet. Großderschau war nur eine der zahlreichen Kolonien, die zum neuen Dorf gehörten. Den Namen legte der Königl.-Preuß. Amtsrat Claudius in Neustadt/Dosse fest. 1928 wurde der Gutsbezirk Wilhelminenaue, 1938 Brenkenhof, Groß- und Klein Derschau eingemeindet. 1951 wurde der Ortsname in Großderschau geändert. Die Kreiszugehörigkeit wechselte mehrfach zwischen Ruppin, Kyritz, und Havelland. Die Besonderheit Großderschaus wie der anderen Kolonistendörfer liegt in ihrer systematischen Besiedlung mit Kolonisten aus der Pfalz, Holland und Mecklenburg auf Grundlage von Planungen Friedrichs d. Gr. Der König überzeugte sich auch persönlich vom Fortschritt der Kolonisierung, wie man bei Fontane nachlesen kann. Im Zuge der Bodenreform wurde 1946 eine Fläche von 106 ha auf 26 Siedler aufgeteilt. Die Einwohnerzahl stieg von 395 (1939) auf 725. - Von 1904-2003 hatte Großderschau einen Bahnhof an der 2003 stillgelegten Eisenbahnstrecke Neustadt/Dosse-Rathenow.

Kommunalgemeinde

Einwohnerzahl 2003: 570. Zur Grafschaft Ruppin gehörig, 1816-1952 Kreis Ruppin, 1952-1958 Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, 1958-1993 Kreis Rathenow/Bezirk Potsdam, seit 1993 zum Kreis Havelland. Großderschau gehört seit 1992 als selbständige Gemeinde zum Amt Rhinow.

Text & Fotos: K.-E. Selke


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