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Nackel

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Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl am 01.07.2004: 200 (65,1 %). Nackel gehört als selbständige Kirchengemeinde zum Pfarrsprengel Segeletz/Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen.

Kirche

Im Kern spätgotischer Feldsteinbau mit polygonalem Abschluss. Der Chorsockel aus stärkerem unregelmäßigen Mauerwerk. Nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche 1685-1691 wieder hergestellt. Die Nordwand wurde um 1881 mit einer kleinen neugotischen Vorhalle in Backstein versehen. Westjoch und verbretterter Turmaufsatz aus Fachwerk vermutlich aus dem 18. Jahrhundert; ebenso die südlich angebaute Dorfkirche Nackel Herrschaftsloge, die zum Schiff in zwei Halbkreisbögen geöffnet ist. Darunter eine Marmorgedenktafel für Emil von Hagen (+1840) und seine Ehefrau Caroline, geb. von Schenkendorf (+1854). - Hufeisenempore mit Orgel, 1828 von Tobias und Friedrich Turley aus Treuenbrietzen erbaut. - Taufständer, Berliner Eisenkunstguss um 1820. - Im Altarraum seit 1996 kleine Zweitorgel (ca. 1965 von Walcker).

Kirchengeschichte

Bereits 1319 als Pfarrdorf genannt, wird Nackel mit Einführung der Reformation Mutterkirche im Kirchenkreis Wusterhausen/Dosse mit den Tochterkirchen Läsikow und Wutzetz. Die Pfarrerliste umfasst von 1540 bis 1935 lückenlos 15 Namen. Von 1935 bis 1950 wurde Nackel von Segeletz, 1950-1965 von Rohrlack und seitdem erneut von Segeletz verwaltet. Die Pfarrstelle wurde 1975 aufgehoben; seitdem gehören Nackel und Läsikow zu Segeletz und Wutzetz zu Friesack. Das alte Pfarrhaus steht bis auf den Gemeinderaum leer und verfällt. - Letzter Patron war bis 1945 Rittmeister a. D. von Quast auf Vichel.

Dorfgeschichte

Ehemaliges Runddorf, durch Gut und Ausbauten deformiert. Erste schriftliche Erwähnung: 1319. 1364 wird in einer Urkunde Gerhard Kaphengst zu "Nakel" genannt. Vor 1478 bis 1551 zur Herrschaft bzw. Amt Alt Ruppin, 1551-1570 (bis 1768 nur noch die Hälfte) den von Pfuhl zu Nackel, 1571-1784 zur Hälfte den von Lüderitz. Seit 1784 gehörten zwei Rittergüter dem havelländischen Geschlecht derer von der Hagen. Das dritte Rittergut kam nach wechselnden Besitzverhältnissen Anfang des 19. Jahrhunderts auch an die von der Hagen, die bis 1935 als Gutsherren in Nackel lebten und den Ort prägten. Das Gutshaus wurde nach 1905 an Stelle des alten erbaut. Mit Alexander von der Hagen starb das Adelsgeschlecht aus. Das Gut ging in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts in Konkurs; 1935 wurde das Land aufgesiedelt; es kamen Siedler aus Hessen, Posen und Thüringen nach Nackel (Siedlung an der Segeletzer Str.) Das Gutshaus wurde ab 1935 vielfältig genutzt: Zuerst vom Reichsarbeitsdienst; 1945 kurzzeitig von der sowjetischen Besatzungsmacht, bis 1951 als Kinderheim, 1951-1997 als Schule und seit 1999 als "Künstlerhaus". - 1928 wurden Guts- und Gemeindebezirk zusammengeschlossen. 1946 wurden 39,68 ha Land an 14 Neubauern aufgeteilt. Die Einwohnerzahl stieg von 520 (1939) auf 803. Die erste LPG wurde 1953 gegründet. 1954 wurde Läsikow eingemeindet. 1992 kam Nackel-Läsikow zum Amt Wusterhausen/Dosse, seit 2001 ist Nackel Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen/Dosse.

Kommunalgemeinde

Einwohnerzahl am 30.06.2003: 307. Zur Grafschaft Ruppin gehörig, 1816-1952 Kreis Ruppin, 1952-1993 Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, seit 1993 zum Kreis Ostprignitz-Ruppin. Seit 2001 ist Nackel Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen/Dosse.

Text: K.-E. Selke

Fotos: Hans-Werner Thormann


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