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Sieversdorf

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Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl am 31.12.2003: 215 (33,4% der Einwohner). Der Pfarrsprengel Sieversdorf gehört zum Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen.

Kirche

Nach der Zerstörung der alten Kirche 1638 wurde sie zunächst in Holzfachwerk wieder aufgebaut. 1747/48 erfolgte ein massiver Neubau als barocker rechteckiger Putzbau. Der quadratische Westturm, der zuerst aus Holzverbund Dorfkirche Sieversdorf bestand, wurde 1820 vollständig massiv erneuert und mit verschieferter Zwiebelhaube versehen. In ihm befinden sich drei Glocken, zwei eiserne von 1691 und 1861 und eine bronzene von 1737. Eine der eisernen dient als Uhrenglocke. - Eindrucksvoller, einheitlich ausgestatteter Innenraum; ringsum laufende doppelgeschossige Emporen, 1774 mit eichenholzfarbenem Anstrich versehen. In die untere Empore sind die bauchig geschwungene Kanzel im Osten und die trapezförmig vorgezogene Orgelempore im Westen einbezogen. Die Orgel wurde 1913 in der Werkstatt der Gebrüder Dinse, Berlin gebaut, das Gehäuse von Gottlieb Scholtze, Neuruppin, 1752. Rokoko-Orgelprospekt, datiert 1752. - Zwei hölzerne Epitaphien für Johann Eberhard Stifft und Ehefrau Catharina Elisabeth (+1747 bzw. 1765).

Kirchengeschichte

Dorfkirche Sieversdorf von innen

Bei Einführung der Reformation 1541 war Sieversdorf Tochterkirche von Dreetz. 1558 wurde es Mutterkirche und erhielt seinen ersten eigenen Pfarrer. Die Pfarrerliste umfasst seitdem bis zur Gegenwart 20 Namen. Kirche und Pfarrhaus befinden sich im früheren Klein-Sieversdorf. Seit 1817 sind Friedrichsdorf (Großderschau) und Hohenofen Tochterkirchen. Der Pfarrsprengel Sieversdorf gehörte bis 1968 zum Kirchenkreis Wusterhausen, dann bis 2000 zum Kirchenkreis Rathenow und seitdem zum Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen.

Dorfgeschichte

Aus zwei Sackgassendörfern bestehendes Dorf. Erste schriftliche Erwähnung: Eine Urkunde vom 20. März 1334 besagt, dass "Syverdestorp" zum Land Wusterhausen gehört. Ursprünglich bestand der Ort aus Groß- und Klein-Sieversdorf. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf 1638 von General Gallas in Brand gesteckt; Klein-Sieversdorf wurde völlig zerstört, auch die Kirche. Beide Orte wurden um 1800 zusammengelegt. Bis 1872 gehörte Sieversdorf zur Herrschaft bzw. Amt Neustadt/Dosse. 1946 wurden 72 ha Bodenreformland an 36 Neubauern aufgeteilt. Die Einwohnerzahl stieg von 1.019 (1939) auf 1.510. 1954 wurde die erste LPG gegründet. 1997 erfolgte der Zusammenschluss von Sieversdorf und Hohenofen. - Im Dorf sind mehrere so genannte "Ernhäuser" bemerkenswert, ausgemauerte Fachwerkhäuser, mit dem Giebel zur Straße stehend. - Von 1904-2003 hatte Sieversdorf einen Bahnhof an der 2003 stillgelegten Eisenbahnstrecke Neustadt/Dosse-Rathenow.

Kommunalgemeinde

Einwohnerzahl 1996: 644. Zur Grafschaft Ruppin gehörig, 1816-1952 Kreis Ruppin, 1952-1993 Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, seit 1993 Kreis Ostprignitz-Ruppin. Seit der Ämterbildung 1992 gehört Sieversdorf zum Amt Neustadt/Dosse; seit 1997 bildet es mit Hohenofen eine Doppelgemeinde.

Text & Foto 2: K.-E. Selke
Foto 1: Tobias Schulze


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