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Wutike

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Kirchengemeinde

Gemeindegliederzahl am 31.12.2003: 156 (40,5% der Einwohner). Seit der Pensionierung der letzten Pfarrers 1996 ist die Pfarrstelle nicht mehr besetzt und wird von Dahlhausen verwaltet.

Kirche

Einschiffige, spätgotische Feldsteinkirche, 15. Jahrhundert mit Westquerturm in Schiffsbreite; der östliche Fachwerkanbau etwa Dorfkirche Wutike 1630; Turm mit Quersatteldach und blendengeschmückten Staffelgiebeln in Backstein; an Nord- und Westseite je ein stichbogiges Portal, von Backstein eingefasst. Die Rechteckfenster stammen vom Umbau im 17. Jahrhundert. Innen flache Putzdecke, zwischen Turm und Schiff zwei spitzbogige zugesetzte Öffnungen, Emporen aus dem 17. Jahrhundert im Westen und Osten (Gemälde mit Passionsszenen in den Brüstungsfeldern). Altaraufsatz in Spätrenaissance von 1630 (1970 restauriert), das Hauptbild der Kreuzigung von ionischen Säulenpaaren flankiert; in den Wangen und auf den Postamenten Brustbilder der Evangelisten, zwischen den Säulenpaaren Stifterwappen. Aus der gleichen Zeit die polygonale Kanzel und das Patronatsgestühl; barocker Taufengel; zwei Schnitzfiguren: Maria und Johannes der Täufer und Gemälde der heiligen Familie, Mitte des 18. Jahrhunderts. In der Sakristei sechs ovale Wappenscheiben von 1708. Die Orgel wurde 1890 von Albert Hollenbach aus Neuruppin gebaut.

Kirchengeschichte

Anfang des 14. Jahrhunderts gab es einen "Vizepfarrer" in Wutike. Nach Einführung der Reformation wurde Wutike 1557 Mutterkirche in der Superintendentur Kyritz. Die Pfarrerliste umfasst beinahe lückenlos bis 1996 23 Namen. Dann wurde die Pfarrstelle aufgelöst und von Dahlhausen verwaltet. Das alte Fachwerkpfarrhaus mit Rokoko-Haustür wurde verkauft. - Der letzte Patron war bis 1945 Werner von Platen.

Dorfgeschichte

Breites Straßendorf mit Kirche und Gut. Erste schriftliche Erwähnung: ca. 1344. Im Mittelalter zur Herrschaft und Vogtei Fretzdorf, 1344 markgräflich, mehrfach verpfändet. 1438 an den Bischof von Havelberg veräußert, das Dorf Wutike vom Bischof weiterverliehen. 1608 bestanden zwei Rittersitze; 1745 drei. 1852 bestand Wutike aus dem Dorf sowie dem Rittergut 1. Anteils und dem Rittergut 2. Anteils (ohne Gehöft). Beide Gutsbezirke wurden 1928 mit dem Gemeindebezirk vereinigt. Der letzte Rittergutsbesitzer war bis 1945 Werner von Platen. Nach seiner Enteignung wurden 1946 865,6 ha Land vorwiegend auf 56 Neubauern aufgeteilt. Die Einwohnerzahl stieg von 483 (1939) auf 817. 1953 wurde die erste LPG gegründet. Wutike kam 1952 zum Kreis Kyritz und 1993 bei der Gebietsreform nach der Länderneubildung zum Kreis Prignitz. Seit1992 gehört Wutike zum Amt Gumtow und wurde 2003 Ortsteil der Gemeinde Gumtow. - Durch den Bau der Eisenbahnstrecke Neustadt/Dosse-Meyenburg erhielt Wutike 2 km südöstlich (zwischen Vehlow und Wutike) 1887 einen Bahnhof, um den herum einige Häuser für Bahnbedienstete entstanden.

Kommunalgemeinde

Einwohnerzahl 2003: 385. Zur Prignitz gehörig, 1816-1952 Kreis Ostprignitz, 1952-1993 Kreis Kyritz/Bezirk Potsdam, seit 1993 Kreis Prignitz. Wutike ist seit 2003 Ortsteil der Gemeinde Gumtow.

Text & Fotos: K.-E. Selke


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